Donnerstag, 6. Dezember 2018

Fragen III



Was treibt dich an? Was hält dich auf? Bist du noch zu stoppen? Drehst du manchmal durch? Magst du das Gefühl? Oder hast du Angst davor? Suchst du einen Sinn? Hast du ihn bereits gefunden? Und wenn ja, wo? Verrätst du mir den Ort? Oder behälst du ihn lieber für dich? Teilst du gern? Gibt es etwas, das du nicht teilst? Menschen oder Dinge? Was berührt dich? Kennst du das Gefühl im Bauch? Oder sitzt es bei dir im Rücken? Was hat dich zuletzt beeindruckt? Wie siehst du aus, wenn du staunst? Glaubst du an dich? Klopfst du dir manchmal auf die Schulter? Kannst du Komplimente annehmen? Wie reagierst du dann? Bedankst du dich? Und was sagst du? Kann ich dir eine Frage stellen? Wohin führt dein Weg? Schaust du nach vorn? Oder auf den Wegesrand? Blickst du zurück? Was nimmst du mit? Und was lässt du dort? Hast du etwas auf dem Weg verloren? Auf die Suche gehen oder den Verlust akzeptieren? Kannst du damit leben? Und was, wenn nicht? Gibt es Leerstellen? Wie füllst du sie? Und was entsteht daraus? Treibt es dich an? Oder hält es dich auf?

Montag, 22. Oktober 2018

Fragen II


Kommst oder gehst du vorbei? Morgens oder abends? Weißt du, wo du klingeln musst? Wie viele Stufen sind es? Zählst du sie beim nächsten Mal? Festhalten oder loslassen? Kommt es vor, dass du nicht weißt, wo du bist? Findest du den Norden? Deine Handschuhe im Schrank? Das Haar in der Suppe? Betrachtest du dein Spiegelbild? Wohin schaust du zuerst? Siehst du eine Veränderung? Bist du konsequent? Würdest du es dir wünschen? Wann machst du eine Ausnahme? Wie spät ist es? Und wie lang willst du noch warten? Bist du ungeduldig? Was machst du dann? Drehst du dich im Kreis? Wann wirst du nervös? Summen oder pfeifen? Zählst du die Tage? Woran erinnerst du dich? Worauf freust du dich? Lächelst du? Jetzt?

Samstag, 28. April 2018

Wir existieren. Wir sind hier. Hast du verstanden?



In diesen Nächten richte ich meine Gebete zum Himmel ohne Gott. Nächte mit fetten Monden, die in meine Träume glotzen, sie bei geschlossenen Augen klarer erscheinen lassen als den Tag. Ich tanze durch's Treppenhaus und es fließen Wörter über meine Lippen, deren Sinn ich nicht erkenne.

Dies schreibe ich im Wahn. Willkommen zurück.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Fragen




Kannst du dich entschuldigen? Weißt du wofür? Macht es dir nichts aus? Suchst du manchmal deine Brille? Das Handy? Den Schlüssel? Den Weg? Bist du erleichtert, wenn du ihn findest? Oder wünschst du dir heimlich ihn zu verlieren? Würdest du gern gehen? Und wenn du gehst: Nimmst du dann etwas mit oder bleibt ein Stück von dir im Raum? Erinnerst du dich morgens an deine Träume? Wachst du manchmal auf? Rücken, Bauch, oder Seite? Die Decke mit den Knöpfen nach unten? Ist dir das egal? Ziehst du die Socken aus? Oder lässt du sie lieber an? Weißt du, was deine erste Liebe jetzt macht? Würdest du es gern wissen? Hast du ein schlechtes Gewissen? Kopf oder Zahl? Was steckt in deiner Jackentasche? Wohin mit dem Kleingeld? Hast du eine Spardose? Und was machst du, wenn sie voll ist? Achtest du auf den Preis? Bist du großzügig? Kannst du ein Geheimnis für dich behalten? Und wenn man es dir anvertraut, wo behältst du es dann? Im Bauch? Zwischen den Zehenspitzen? Unter dem Ohrläppchen? Sind deine Ohrläppchen angewachsen? Achtest du darauf bei anderen Menschen? Oder doch eher auf ihre Schuhe? Wie viel Paar besitzt du? Bist du präzise oder musst du schätzen? Hast du den Überblick verloren? Bringst du den Müll runter? Trennst du sorgsam? Auch Erinnerungen? Und wenn es regnet, denkst du dann an mich?

Donnerstag, 21. September 2017

September


Ich dachte, ich hätte mit diesen Nächten abgeschlossen. Mit den Füßen im Sand und dem Meer im Rücken, ohne einen Blick zurück. So war ich gegangen. Alles hinter mir. Und vor mir Dunkelheit und Kälte.

Ich begegne dir immer wieder. Obwohl ich mir so oft wünsche, dass ich es vermeiden könnte. Vor dir fliehen. An einen anderen Ort. Und du lachst gehässig. Ziehst mich zurück auf das Sofa und lässt all die Songs erklingen, die ich mit dir und der Traurigkeit verbinde. Die legt sich zu uns. Und vielleicht küsse ich sie dann.

Ich gewöhne mich an dich. Das dauert ein bisschen. Und irgendwann sehe ich deine hässliche Fratze nicht mehr. Verschwunden im Nebel, der dich umhüllt. Dann schubbse ich dich gleichgültig vom Sofa und tanze zu russischen Popsongs. Ich komme doch klar mit dir. Denke ich.

Du bist ekelhaft. Du dimmst die Lichter, während die arabischen Jungs vor meiner Haustür die übrig gebliebenen Sommerhits durch ihre kratzigen Lautsprecher jagen. Und du säuselst. Vielleicht bist du betrunken, vielleicht ist deine Hand zu warm. Vielleicht hätte ich ahnen müssen, dass du immer noch weißt, wie man mich rumkriegt. Du kennst die Tricks.

Wir ziehen durch die Nacht und ihre Straßen. Ich dachte, ich hätte mit dir abgeschlossen.

Sonntag, 13. August 2017

Die Puppe.


Der Mann hatte seine Hand auf das nackte Bein der Schaufensterpuppe gelegt. Die Puppe saß auf einem Stuhl und trug ein rotes Kleid mit weißen Punkten. Auf dem Kopf hatte sie eine blonde Perücke und sollte wohl Marilyn Monroe darstellen. Die Inszenierung inmitten des seelenlosen Konsumtempels war schlecht. Doch der Mann scherte sich nicht um das Ambiente. Nein, er hat seine Finger oberhalb der Plastikkniescheibe platziert und generierte einen bizarren Moment der Intimität.

Er stand dort mit seinem karierten Hemd und der einfallslosen Hose, die andere Hand in die Hüfte gestützt. Denn vor ihm stand seine eigentliche Frau. Hielt das Display der Handykamera sehr nah an ihr eigenes Gesicht, so dass es aussah als würde sie vor dem Moment zurück weichen. Unentwegt betätigte sie den Auslöser. Und ihr Mann lächelte das Lächeln eines Gewinners. Ich konnte ihn mir mit einem prächtigen Fang in der Anglerzeitung vorstellen, oder mit einem übergroßen Scheck vor der Brust, das richtige Lösungswort des Preisausschreibens der Lokalzeitung. Hundert Euro und ein Foto für's Käseblatt.

Doch tatsächlich berührte er nur das Puppenbein. Grinste immer noch und ließ sich dann zu einer Bewegung hinreißen, die merkwürdig obszön war. Die Hand, die auf dem Oberschenkel geruht hatte, fuhr nun langsam das Bein hinauf. Als er bereits ihren Rocksaum berühte hatte, und die Hand nun darunter verschwand, da zischte seine Frau: "Es reicht!". Rasch ging er mit ihr weiter.
Die Puppe blieb starr zurück. Ihr Oberschenkel entblößt.

Sonntag, 25. Juni 2017

20.06.17



Zugegeben, ich habe in meinem Leben wenige Erfahrungen mit Maikäfern gemacht. Um ehrlich zu sein: Ich habe öfter das Lied vom Maikäfer und seinen leidgeplagten Eltern gesungen, als dass ich jemals welche in Natura sah. Wahrscheinlich waren sie tatsächlich alle in Pommerland gestorben. Nur einmal, es war eine Nacht in der Auguststraße, da vermutete ich eine Motte hinter meinen grünen Vorhängen. Doch das Brummen wollte nicht enden und als ich früh am Morgen die Vorhänge zur Seite schob, saß da unerwartet ein stattlicher Maikäfer an meiner Fensterscheibe. Seitdem ist mir nie wieder einer begegnet. Und hätte jemand in der Zeitung geschrieben, die Maikäfer wären alle ausgestorben - ich hätte es geglaubt.

Doch dann kam der gestrige Tag. Und mit ihm der Abend. Über dem Feld ein roter Ball, der sich dem Horizont näherte und schließlich verglühte. Wir saßen auf der Wiese mit vielen anderen und beobachteten das Spektakel. Der Himmel flimmerte, die Luft surrte. Als der erste Käfer brummend neben meinem Ohr summte, lachte ich noch und dachte eine Handbewegung könnte ihn verscheuchen. Der zweite Käfer verfing sich in meinem Haar, der dritte flog direkt in mein Gesicht, der vierte kam in einem Sturzflug auf mich zu. Es wurden immer mehr. Dann wagte ich einen Blick zum Himmel und sah hunderte, ja, vielleicht tausende von dicken schwarzen Punkte im pastellfarbenen Gebilde über mir.

Und hätte ich mich an jenem Abend nicht so lebendig gefühlt, ich hätte darum gebeten, dass mich jemand kneift und ich aus diesem Traum aufwache. Die Käfer tanzten nicht in der Luft. Nein, sie zogen höchst chaotische Bahnen durch die beginnende Sommernacht. Als wären sie alle dem Absturz geweiht. Und so kam es, dass wir aufstanden, uns von der torkelnden Meute entfernten, in der Hoffnung, abseits des Grüns Ruhe zu finden. Aber wir hatten uns getäuscht: Die Käfer lagen auf dem heißen Asphalt und zappelten mit ihren kleinen Beinchen. Von den Bäumen fielen sie hinab, wie dicke Regentropfen eines Wolkenbruchs.

Morgen ist die längster Tag des Jahres. Und die Maikäfer werden ihn nicht mehr erleben.

Sonntag, 14. Mai 2017

Piano



Du hast vor mehr als zwei Jahren einen Nachruf für mich geschrieben. Und jeder, der ihn sucht, wird ihn finden können. 

Es gibt Tage, die verbringe ich mit dir. Ich sehe dich. Ich höre dich. Ohne, dass du da bist. Ich weiß, dass du den roten Nagellack auf meinen Zehenspitzen schätzen würdest. Ja, vielleicht sogar begehrenswert findest. Und ich verrate es dir gern: Heute ist der erste Tag, an dem ich keine Socken trage. Ich laufe mit dieser Schuhgröße 36 barfuß über die Dielen meiner Wohnung. Und keiner hört meine Schritte.

Ich weiß nicht, ob es Zufall ist. Aber letzte Woche habe ich altes Schuhwerk in einen blauen Müllbeutel gesteckt. In einer Zeitschrift habe ich gelesen, dass man sich trennen soll. Sich für die Erinnerungen bedanken. Ich habe mich bedankt. Für alles, was dreckig geworden ist. Kaputt. Unbequem. Austauschbar.

Meine Mutter sagt mir am Telefon, dass sie stolz auf mich ist. In mein Heft schreibe ich: "Das Einzige, was von Wert ist, sind die Geschichten, die ich nicht erzählt habe". Ich war immer die, die dreimal lächelt. Und das vierte Mal zu viel. Ich trage aserbaidschanisches Parfum und Strickjacken, die aussehen wie Gardinen. Ich laufe barfuß durch meine Wohnung.

Mein Name ist Emily Horrowitz.

Montag, 20. März 2017

Stromausfall 2013


2013 war das Jahr, in dem Jorge Mario Bergoglio Papst Franziskus wurde, das Jahr in dem Angela Merkel wiedergewählt wurde, das Jahr in dem die Praxisgebühr aufgehoben wurde und die neuen 5-Euro-Scheine eingeführt wurden. 2013, das waren 366 tote Bootsflüchtlinge vor Lampedusa an einem Tag, das waren die ersten politischen Demonstrationen in der Ukraine, der Beginn der Proteste gegen die Regierung Erdogan in der Türkei.

2013 war das Jahr, in dem ich von einem Fahrradfahrer über den Haufen gefahren wurde und der Unfallflucht bezichtigt wurde. Es war das Jahr, in dem ich durch die Straßen von St. Petersburg, Paris, Warschau und Bupdapest lief. Es war das Jahr von Magenschmerzen und Schmetterlingen in meinem Bauch.

2013 war das Jahr, in dem abends immer öfter der Strom in deiner Stadt ausfiel. Du warst 16 und der Krieg mittlerweile seit mehr als zwei Jahren in deinem Land. Du warst auf der Straße, mit deinen Großeltern, deinen Cousins. Es war unglaublich dunkel, so dunkel, dass du nicht einmal die eigene Hand sehen konntest. Als dein kleiner Cousin um eine Hausecke lief, gingst du rasch hinterher. Im schwachen Licht der Feuerzeuge knieten Männer um eine Leiche, die auf der Straße lag. Dein Cousin war weiter gelaufen und stand abseits in einem Hauseingang. Dann plötzlich, Schüsse. War das eine Warnung? Die nachfolgende Stille bedrohlich. Der Schein der gelben Flammen verschwand mit einer Fingerbewegung. "Wir erkannten die Soldaten nur am Glühen ihrer Zigarettenspitzen. Wir haben den Atem angehalten, als sie vorbei liefen. Sie konnten uns nicht sehen und doch schossen sie in unsere Richtung." Du bist zu deinem Cousin gerannt, hast ihn unter deinen Arm gepackt und bist den laufenden Anderen gefolgt. Nur weiter in die schützende Dunkelheit hinein, während hinter euch die Schüsse halten.

"Ein Mann lief neben mir", sagst du an meinem Küchentisch. Es ist 2017. "Er trägt die Narben dieser Kugeln in seiner Haut". Vier Jahre sind vergangen. Der Strom fällt immer noch aus. Abends in Damaskus.

Sonntag, 20. November 2016

Das Wort zum Sonntag



Sonntags gehe ich gern in den Park. Heute war es stürmisch, die letzten Blätter in den Bäumen rauschten, und ich fragte mich kurz, wie sich eigentlich Sturm ohne Blätter anhört. Die Wege waren mit zahlreichen Pfützen verziert, hin und wieder musste ich springen oder balancieren. Und an einigen Stellen lagen so viele Nadeln herum, dass es gar wie ein weiches Bett aussah.

Nach nur wenigen Schritten ergreift mich meist eine angenehme Ruhe. Da gibt es mich und meine Schritte, unkonkrete Gedanken und viel Zerstreuung. Heute war es anders, denn ich hörte Schreie. Laute, aufgebrachte Schreie. Ich wusste sofort, dass sie von den Gänsen kamen, die sonst wie eine Königsfamilie einen Abschnitt des Parks regierten. An ihrem angestammten Platz: Nur einige unbeteiligte Möwen. Die Schreie kamen vom anderen Ufer. Ich folgte ihnen, denn wer weiß, ob da ein gefährlicher Greifvogel saß, den sie vertreiben wollten, oder sich gar jemand eine Weihnachtsgans besorgen wollte.

Als erstes sah ich eine Frau im bürgerlich beige-weißen Wollmantel, die in einer eher verkrampften Haltung Fotos mit ihrem Handy machte. Dann zeigte sich die rote Mütze eines Kleinkindes, das gebannt in eine Richtung starrte. Ich erblickte die Mutter des Kindes, die, gehockt und ähnlich verkrampft, versuchte ein Foto von ihrem Nachwuchs zu machen.

Schließlich entdeckte ich das eigentliche Ereignis, um das so viel Geschrei gemacht wurde: Es gab Futter. Der Parkwächter verstreute kleine Körner, links die Enten, rechts die Gänse. Manchmal sprach er die Tiere mit Namen an. Eine Graugans schien ihn besonders zu beschäftigen: Lisa. "Lisa", sagte er und deutete immer wieder auf das Futter, "hier!". Später fütterte er sie aus der Hand.
Ein anderer Ganter machte wiederholt lautstark auf sich aufmerksam. "Paul", beschwichtigte ihn der Parkwächter, "ist ja gut!"

Das Geschrei hatte aufgehört, ich stand neben der Mutter mit ihrem Kind, der Frau mit der Kamera und einem Herren mit dunkler Jacke und rotem Schal. Wir waren das Publikum. Keiner klatschte. "Fertig", sagte der Parkwächter und ich wusste nicht recht, ob zu sich, den Gänsen oder uns. Aus einem Beutel nahm er einen Schwamm und rieb daran seine Hände ab.
Dann blickte er zu uns, die wir immer noch dort standen. "Das mache ich, weil das Futter so weiß ist", erklärte er. "Wenn ich das an der Hose abwische", und er deutete eine Geste an, "dann ist sie sofort dreckig". Er machte eine Pause. Und weil wir immer noch nicht gegangen waren, sagte er schließlich: "Das hat alles schon so seinen Sinn".


Freitag, 26. August 2016

Eine letzte Woche Sommer


Der Sommer kam mit Schwerelosigkeit zurück in meine Stadt. Auf meinem Balkon reckten die Blumen ihre kleinen bunten Köpfe in den Himmel. Unwissend, dass es das letzte Mal sein würde. Ich traute mich nicht, ihnen davon zu erzählen. Und so begrüßten sie mich morgens ahnunglos mit immer neuen Blüten. Ich schenkte ihnen Wasser und sprach kein Wort, als ich es ihnen mit meiner pinken Gießkanne beinahe andächtig über die Häupter goss. Sie würden die Wahrheit nicht verkraften.

"Die Straße rauscht wie ein Meer", klang es in meinen Ohren, während zu meinen Füßen tatsächlich eine Horde Blech die Zeit jagte. Ich schaute von meinem Balkon aus über die Stadt, wie ein Leuchtturmwärter über die See. Wissend, dass auf Ebbe Flut folgen würde. Wissend, dass ein milchiger Horizont Unwetter ankündigte.
Ich holte meine ungebügelten Kleider aus der Schublade, die ich in diesem Sommer hatte tragen wollen. Es war nicht dazu gekommen. Nun zog ich jeden Tag ein anderes an. Auch, um ihm zu imponieren, diesem Sommer, der er nie gewesen ist.

Die Zeit war knapp, das wusste ich. Der Sommer auch. Und doch alberte er herum, wie ein in die Jahre gekommener Schauspieler, ließ Glitzer vom Himmel regnen, spendierte mir Eis und wiegte mich in warmer Geborgenheit. Er zog alle Register, wir lachten zusammen über grauhaarige Frauen mit Lavendel im Haar, wir lagen auf Wiesen herum und genossen unser kurzes Glück. Sobald die Sonne untergangen war, küsste er meine Sonnenmilchhaut.

Ich traute mich nicht zu fragen, wann er gehen würde. Wann unsere Zeit ablaufen würde. Wann ich wieder allein und frierend auf meinem Balkon stehen würde. 
Wenn ich mich abends schlafen legte, flüsterte ich leise "Bleib bei mir" in sein gebräuntes Gesicht. Er lächelte im Halbschlaf und antwortete nicht. Eines Tages würde ich ohne ihn aufwachen. Eines Tages würde ich morgens meine Blumen begrüßen und feststellen, dass ihre Farben verschwunden waren. Die Köpfe zum Boden geneigt. Die Zeit der Schwerelosigkeit war zu Ende.

Samstag, 9. Juli 2016

Die Elster



Das Kniffeligste an einem Wiedersehen ist doch der Moment, auf den wir nicht vorbereitet sind. Du weißt, dass diese Stadt mir gehört. Ich habe hier Heimvorteil. Und doch tauchst du gerade dann auf, wenn ich nicht vorbereitet bin. Wie auch. Ich habe dich hier nicht erwartet. Und du hast vielleicht doch einen kleinen Augenblick darüber nachgedacht, was passieren könnte, wenn du mir hier begegnest. Ich war ahnungslos. Du nicht.

In einer Ecke in meinem Zimmer, da steht ein Karton. Darin verwahre ich Erinnerungen. Als wir uns das letzte Mal sahen, hast du mir einen Briefumschlag zugesteckt. Ich habe die Zeilen erst später gelesen, die Hehlerware erst später entdeckt. Sie befinden sich im Karton. Und du befindest dich in meiner Stadt.

Es regnet seit Stunden, ich sitze unter der Markise, esse Eis und tue so als wäre es Sommer. Kaum Leute unterwegs. Wieso auch. Und dann du. Keine Kapuze, kein Regenschirm, blaue Steppjacke und einen Freund an deiner Seite. Duo infernale. Du drehst dich um. Siehst mich an. Wir grüßen uns in deinem Vorbeigehen mit einem Handzeichen. Und ich weiß nicht, ob du zu cool oder zu schüchtern bist, um stehen zu bleiben. Um irgendwas zu sagen. Während dein Kumpel erst dich, dann mich mustert. Fragend zu dir schaut. Und du in deiner Unsicherheit einfach weiter gehst.
Es gab eine Zeit, in der ich dir Sterne ins Gesicht gemalt habe und dir Tee ans Bett gebracht habe. Wir wissen beide, diese Zeit ist vorbei. Du kannst gehen, wohin du möchtest. Ich weiß. Und doch: Diese Stadt gehört mir.

Montag, 2. Mai 2016

Venedig




Heute war ich im Park. Ich hatte auf einer Bank gesessen und ein Buch gelesen. Die Sonne war plötzlich kräftig und ich hatte die Hoffnung, dass der Mai nun endgültig kapiert hatte, was Frühling bedeuten würde. Also zog ich meine Socken aus und steckte später meine nackten Füße socklos in die Schuhe. Ich lief die verschnörkelten Wege durch's Grün, dachte über meine Barfüßigkeit nach und landete schließlich im vergangenen Jahr und in Venedig.

Venedig war die Zeit der nackten Füße. Als ich ankam, war es warm. Mein Koffer ratterte durch die kleinen Gassen und gab erst Ruhe, als ich das Haus gefunden hatte, in dem ich für die nächsten Tage schlafen würde. Es lag mitten in der Altstadt, versteckt hinter unzähligen Ecken und Biegungen. Schließlich stand ich vor der hölzernen Tür, drückte dagegen und vor mir lag eine dunkle schmale Treppe. Ich schleppte mich und den Koffer hinauf, oben auf der Schwelle stand meine Gastgeberin und begrüßte mich. Ich hatte sie über Airbnb kennen gelernt, durfte auf ihrem ausgebauten Dachboden schlafen und sie bekam einen 50er pro Nacht dafür. Ein Schnäppchen für Venedig in der Hochsaison. "I like your shoes", sagte sie als erstes. Ich kletterte eine noch schmalere Treppe hinauf und stand schließlich in meinem Zimmer. Dann zog ich meine Socken aus und würde sie fortan nicht mehr anziehen.

Während ich durch den Park lief, versuchte ich anstrengt mich an den Namen der Frau zu erinnern, bei der ich geschlafen hatte. Sie war vielleicht zehn Jahre älter als ich, sprach ein raues und kantiges Englisch, hatte schwarze schulterlange Haare und braune Beine. In ihre Wohnküche drang nur wenig Licht durch die geschlossenen Vorhänge, sie war entweder nicht zu Hause oder saß vor ihrem Laptop, mit angezogenen Beinen, einer Zigarette zwischen den Fingern, spanische Gitarrenmusik knisterte aus den Lautsprechern und sie schien weit weg. Wir redeten kaum. Vielleicht fiel es mir auch deshalb schwer, mich an ihren Namen zu erinnern. Im Kopf nannte ich sie "Flora", später fiel es mir dann ein: "Jo". Kein Name hätte besser zu ihr gepasst.

Eines Tages begegnete ich Antonio. Er stand im Hausflur und begrüßte mich als Jos Boyfriend. Er sprach kein Englisch und ich kein Italienisch, von seinen Lippen bröckelten einige deutsche Wendungen, ich fragte, wo er Deutsch gelernt habe, er verstand mich zunächst nicht und sagte dann: "Ich bin Boxer, ich habe ein bisschen in Deutschland geboxt". Antonio war klein, kleiner als Jo vermute ich. Er hatte eine Glatze und Tattoos auf den Oberarmen.
Am Abend kam ich nach Hause, ich hatte Cola Light und Fertigsalat auf den Treppen des Supermarktes gegessen, weil die Pizza hier schlecht und überteuert war, Jo und Antonio saßen am Esstisch. Es roch nach Gras, auf dem Tisch stand eine Flasche Wein, eine Kerze brannte, die beiden schienen losgelöster als sonst. Ich grüßte kurz, wollte schon schnell nach oben verschwinden, um sie nicht weiter zu stören, da fragten sie mich erst, ob mich der Geruch stören würde und als ich verneinte, boten sie mir die Glut zwischen ihren Fingern an. Ich schüttelte den Kopf, bedankte mich und kletterte auf meinen Dachboden.

Ich öffnete die Fenster, die angestaute Wärme des Tages verschwand in der italienischen Nacht, von draußen hörte ich Stimmen und Musik, von drinnen hörte ich Jo und Antonio kichern. Später dann nicht mehr. Ich legte mich ins Bett, meine vom Tag beanspruchten Füße lugten unter der Decke hervor und der venezianische Wind kühlte meine Zehen. Dann schlief ich ein.


Freitag, 25. März 2016

Freitag: Häschen in der Grube saß und kackt.



Im Traum in der Auguststraße spazieren, mit Sonnenschein, blühenden Krokussen und grünen Bäumen. Und dann aufwachen, in einer grau-nass-kalten Welt. Glück ist Toastbrot mit selbst gemachter Sauerkirschmarmelade zum Frühstück. Und der alte Bademantel. Mit den Nachbarskindern spielen. Mit dem Osterhasen telefonieren. Und dann mit allen zusammen singen: "Häschen in der Grube saß und schlief" und die Kinder singen gleichzeitig: "Häschen in der Grube saß und kackt". Lachen müssen, den Kindern über die Köpfe streicheln und ihre leuchtenden Augen lieben. Vom Beifahrersitz aus die vorbei ziehende Landschaft beobachten. Drei Stunden lang essen: Kroketten, Salat, Gemüse und Käsekuchen. Die Oma umarmen. Und wieder auf dem Beifahrersitz zurück fahren. Dabei immer wieder kleine Containersiedlungen sehen. Durch das Grau spazieren, über die Nachbarn reden, Veränderungen bemerken. Karten spielen und gewinnen. Der Freitag als gefühlter Sonntag.

Donnerstag, 24. März 2016

Donnerstag: Mehr Tote als Lebendige.



Einmal quer durch Rastede laufen, vom Bahnhof zum Park, über den Turnierplatz zum Freibad. Auf dem Friedhof Menschen sehen, ansonsten kaum jemandem begegnen. Kurz begreifen, dass es hier wohl mehr Tote als Lebendige gibt. Auf dem Rückweg dann feststellen, dass es nicht mal einen Fahrkartenautomaten am Bahnhof gibt. Dafür einen 12-jährigen mit Bauchtasche und Jogginghose, der sich eine Zigarette dreht. Und niemanden, der sich dafür interessiert. Immer nur partiell zu Hause sein, Sachen in den kleinen kaputten Rollkoffer packen und dann wieder mit dem Zug fahren. Vom Schaffner, der einen schönen Akzent und einen noch schöneren Duft hat, für die Fahrkartengutscheinkombination gelobt werden. Ansonsten feststellen, dass in der ersten Klasse nur Schnösel sitzen. Am Bahnhof in Hamburg-Harburg stehen und die Menschen beobachten. Frau und Mann. Sie trägt eine Tasche mit Katzenzeichnungen, er hat einen BVB-Schal um den Hals gewickelt, auf dem Kopf eine weiße Schirmmütze. Sie könnte seine Ehefrau oder auch seine Mutter sein. Beide haben dengleichen erschrocken-traurigen Blick in den Augen. In Buxtehude aussteigen, nochmal Joghurt für die Feiertage auswählen dürfen, immer wieder Kind sein gratis dazu. Brause trinken, Chips essen. Und die Mutter sagt: "Ich habe noch Smarties-Eis für dich gekauft".

Mittwoch, 23. März 2016

Mittwoch: Die Landschaft mit den Augen atmen.

Den ganzen Tag mit einem Loch im linken Socken, direkt am großen Onkel durch die Gegend laufen. Keine Postkarte im Briefkasten finden, dafür die Zeit, und sich kurz fragen, ob der Mittwoch plötzlich schon ein Donnerstag ist. Dann über die Zeit nachdenken und allein dieses Wortspiel erheiternd finden. Mit dem Zug nach Hannover fahren und auf Grund der Haarfrisur den Kopf nicht anlehnen können. Sich wieder vergegenwärtigen, dass es Zugfahrt-kompatible Wege gibt, die Haare zu tragen, und dass ein Dutt definitiv nicht dazu gehört. In Hannover in die U-Bahn steigen und darüber schmunzeln, was Hannover eigentlich für eine Stadt ist. Und auch über die U-Bahn und die Haltestellen mit ihren merkwürdigen Namen: "Waterloo" und "Schwarzer Bär". Gedankenversunken aus dem Fenster blicken und keine Ahnung haben, ob das hier gerade der Norden, Süden, Westen oder Osten der Stadt ist. Beim Verfassen des Textes dann doch neugierig werden, wo das war: Der Südwesten. Eine abgegriffene rote Plastikkanne mit schwarzem Tee, zwei Tassen später aufstehen und wieder gehen. Hände schütteln. Zurück fahren. Aus dem Zugfenster blicken und die Landschaft mit den Augen atmen. Später Cocacola kaufen und aus der Plastikflasche trinken. Die Socken wechseln. Zuhause sein.

Dienstag, 22. März 2016

Dienstag: Regen heißt auf Arabisch مطر.

Mit dem Weckerklingeln einen Traum hinter mir lassen, den ich schon jetzt vergessen habe. Auf dem Haushof dem Postboten begegnen, der mir eine Postkarte aus Weißrussland und ein Buch zusteckt. In Müdigkeit und Freude über das Buch tatsächlich zum ersten Mal in dieser Stadt in den falschen Bus einsteigen. Und den Fehler erst bemerken, als ich, versunken im Buch, irgendwo bin, wo ich nicht hinwollte. Dafür einen neuen Teil der Stadt entdecken. Mehl, Wasser und Olivenöl zu einem Teigklumpen verkneten. Flammkuchen essen. Bilder aus Brüssel sehen und die Tagesschau einschalten. Immer deutlichere Abscheu gegen jede Art von Livetickern entwickeln. Den treffendsten Kommentar lesen und mit den knappen Worten überein stimmen: "Offene Grenzen erschaffen keine Terroristen. Humanität zündet keine Bomben in der Station Maelbeek. Toleranz bildet keine militanten Islamisten aus. Soziale Segregation, Rassismus und Stellvertreterkriege tuen dies." Fast aus Trotz in die Buchhandlung gehen und ein neues Arabisch Lehrbuch kaufen. An meinen ehemaligen Arabischlehrer und seine innigen Erläuterungen über arabische Buchstaben denken. Seit vielen Tagen mal wieder Regentropfen auf der Fensterscheibe registrieren. Regen heißt auf Arabisch مطر.

Montag, 21. März 2016

Montag: Schwarzer Tee und Vader Abraham


Aufwachen und noch im Halbschlaf die Polizeipresse lesen. Aus den Täterbeschreibungen versuchen Jungs zu identifizieren, die du sein könntest. Eine neue Sprache erfinden, mit Lauten die nur mir gefallen: Ei, Äu, U. Ein Mädchen sehen, die ihr Gesicht weiß geschminkt hat. Ansonsten alles schwarz. Haare, Mantel, Schuhe. Sie anlächeln für ihren Mut. Kein Grinsen zurück. Mit dem Bus in den Süden der Stadt fahren und zu früh auf den Stop-Knopf drücken. Hoffen, dass noch wer an der Haltestelle aussteigt, aber im Bus sitzen kaum Leute. Sich nicht trauen, den Busfahrer anzusprechen um ihm zu sagen, dass das ein Versehen war. Schließlich eine Station zu früh aussteigen und den Weg zu Fuß gehen. Im Briefkasten eine Postkarte aus den Niederlanden und ein Paket mit abgelaufenen Polaroidfilmen finden. Joghurt mit Müsli essen. Im Kopf plötzlich ein altes Lied von Vader Abraham. Wortlos singen mit dem Wissen, gleich zu heulen. Dann schließlich das Lied auf Youtube suchen, im REWE-Prospekt blättern und weinen. Erstaunt sein, darüber. Lächeln. Eine Einkaufsliste schreiben. 5 SMS bekommen. 2 Polaroids machen. Eins zu dunkel. Das nächste heller, aber immer noch zu dunkel. Auf dem Bett liegen und im Regal einen alten Gedichtband wiederfinden. Schwarzen Tee trinken. Sich nicht um die Blumen kümmern. Die Wäsche sortieren. Drei Haufen: Schwarz, Bunt, 60 Grad. Schließlich die Buntwäsche im Schleudergang beobachten. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren zwei Jeans. Paprika in Würfel schneiden. Cheb Mami hören. Wissen, was "Rakastan sinua" bedeutet. Und welche Sprache das ist.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Sommerregen




Wenn ich von Sommerregen sprach, dann meinte ich damit kühle Tropfen auf meiner schweißnassen Haut. Wenn ich von Sommerregen sprach, dann dachte ich an Schuhe ausziehen, barfuß sein und durch Pfützen springen. Ich sah mich klitschnass durch den Wolkenbruch rennen, der der Welt für einen Moment Abkühlung verschaffte. Wenn ich von Sommerregen sprach, dann kribbelte es aufgeregt in meiner Nase, die sehnsüchtig auf den altbekannten Duft von feuchter Erde wartete. Wenn ich von Sommerregen sprach, dann träumte ich mir meine Hand in deine.

Es ist Ende Juli, viel zu kalt, der Himmel dunkelgrau und meine Blumen auf dem Balkon ersaufen. Ich stehe am Fenster und starre in den Sommerregen, und meine Hand, meine Hand, die erstickt in der Hosentasche.


Sonntag, 26. April 2015

Foudroyant




Der Handkuss ist - an sich genommen und korrekt ausgeführt - eine harmlose Geste. Die Berührung verharrt in ihrer Andeutung und scheint fast abrupt in ihrem natürlichen Ablauf unterbrochen zu werden. Der Handrücken und die Lippen halten für einige Sekunden, nur wenige Millimeter voneinander entfernt, inne, der Kuss bleibt unvollendet und doch sehnsüchtig erwartet.

Eine Infektion beginnt meist unbemerkt. Die ersten Symptome sind harmlos. Manchmal spürt man jahrelang nichts davon, während sich die Krankheit schleichend im Körper ausbreitet, durch die Venen kriecht, die Organe an sich reißt, die Knochen befällt und schließlich im Endstadium das Hirn besiedelt. Manchmal bricht sie bereits nach wenigen Tagen aus, ergreift Körper und Verstand und führt in ein nicht heilbares Delirium.

Die Nächte im Krankenhaus sind lang und dunkel. Das weiße Flurlicht kriecht unter der Tür hindurch in mein Zimmer. Ich liege in meinem weißbezogenen Bett und starre auf die hellen Streifen, die sich über den Boden ziehen und allmählich von der Dunkelheit gefressen werden. Wenn ich aus dem Fenster schaue, dann sehe ich die schwarzen Konturen der Stadt im Nachthimmel. Hin und wieder bemerke ich schnelle Schritte auf dem Gang, manchmal denke ich, dass ich gerade ein leises Wimmern oder einen gequälten Schrei gehört habe. Ich spüre dann meinen Herzschlag und das ist ein gutes Gefühl.
Schlaflosigkeit ist eine Nebenwirkung von dem Mittel, das tröpfchenweise in meinen Arm fließt. Wenn mir langweilig ist, drücke ich auf die Nadel, die in meiner Haut steckt. Die Ärzte sagen, wenn ich dann einen pieksenden Schmerz spüre, ist das ein gutes Zeichen. Ich fühle nichts.

Deine Fingerknöchel trommeln leise an der Tür. Ich antworte nicht. Als das grelle Licht mitsamt deiner schwarzen Silhouette in den Raum huscht, bin ich geblendet und muss kurz blinzeln. "Hallo", sagst du, während du dich zu mir ans Bett stellst und routiniert die Kabelage überprüfst mit der ich verbunden bin, "ich habe nicht viel Zeit".
Ich nicke und schaue dich an. Du blickst zurück mit deinen kühnen Augen, dann kniest du dich vor mein Bett und lässt deine Hand unter meine Decke wandern. Ich strecke dir meine mit Haut umhüllten knochigen fünf Finger entgegen und du ziehst sie vorsichtig zu dir. Du schiebst deinen Mundschutz unter dein Kinn und flüsterst warme süße Worte. Ich kann auf dich herunter schauen, während du meine Hand langsam zu deinen Lippen führst. Die Bewegung endet wie eingefroren vor deinem Mund, ich spüre deinen Atem auf meinem Handrücken. Dann legst du meine Hand zurück unter die Bettdecke. "Ich bin ungeduldig", wispere ich. Wortlos drehst du dich um und gehst.

Du stehst schon im Türrahmen. "Ich weiß", sagst du. Und dann fügst du hinzu: "Ich habe dich infiziert".